Ein Brain Dump ist eine einfache Übung: Du holst alles, was dir durch den Kopf geht, ungeordnet heraus und sortierst es erst danach. Nimm dir ein paar Minuten, schreib oder sprich jede Aufgabe, jede Idee und jedes offene Ende auf, und mach weiter, bis nichts Neues mehr kommt. Dann gehst du die Liste durch und entscheidest bei jedem Punkt: erledigen, einplanen, abgeben, als Notiz behalten oder streichen.
| Schritt | Was du machst |
|---|---|
| 1. Ausleeren | Alles aufschreiben oder aussprechen, in beliebiger Reihenfolge |
| 2. Dranbleiben | Leitfragen nutzen, wenn es stockt (Liste unten) |
| 3. Durchlesen | Die ganze Liste einmal ansehen |
| 4. Sortieren | Aufgaben, Termine, Ideen, Dinge zum Loslassen |
| 5. Nächster Schritt | Jeder Aufgabe eine konkrete nächste Handlung geben |
So machst du einen Brain Dump
- Such dir Zeit und Ort. Eine ruhige Ecke, ein Spaziergang, das Auto vor dem Losfahren. Eine feste Zeit hilft beim Anfangen, zum Beispiel 10 Minuten.
- Ausleeren, ohne zu sortieren. Schreib oder sag, was kommt: „Zahnarzt anrufen“, „Idee für den Balkon“, „ärgere mich noch über das Meeting“, „Geschenk für Mia“. Noch nichts bewerten oder ordnen.
- Leitfragen nutzen, wenn es langsamer wird. Die Liste unten geht die Bereiche durch, in denen sich meist offene Punkte verstecken.
- Aufhören, wenn nichts Neues kommt. Die erste Runde ist fertig, wenn du dich wiederholst.
- Durchlesen und sortieren. Nimm dafür das Sortierblatt unten. Erst beim Sortieren wird die Liste nützlich.
- Für jede Aufgabe den nächsten Schritt festlegen. „Steuer“ ist eine Sorge. „Am Samstag die Steuerunterlagen vom letzten Jahr raussuchen“ ist eine Aufgabe.
Vorlage: Leitfragen für den Brain Dump
Die Methode Getting Things Done von David Allen nutzt dafür einen „Mind Sweep“ mit einer Liste von Auslösern, die mit der Frage „What has your attention?“ beginnt, sinngemäß: Was beschäftigt dich gerade? Die Fragen hier sind unsere eigene, kurze Fassung, nach denselben Lebensbereichen geordnet:
Was muss ich diese Woche im Job erledigen?
Was habe ich jemandem versprochen?
Wen muss ich anrufen, wem schreiben, wem antworten?
Worauf warte ich noch von anderen?
Was muss zu Hause repariert, gekauft oder geputzt werden?
Welche Rechnungen, Formulare oder Fristen stehen an?
Welche Termine muss ich noch ausmachen?
Welche Geburtstage, Reisen oder Feste kommen bald?
Welche Idee kommt immer wieder?
Was habe ich angefangen und nicht fertig gemacht?
Was stört mich, das ich noch nicht ausgesprochen habe?
Was würde ich an einem freien Nachmittag gern machen?
Geh die Fragen zügig durch. Bringt eine nichts, überspring sie.
Sortierblatt: das Ergebnis ordnen
Wenn alles draußen ist, kommt jeder Punkt in eine von fünf Gruppen. Du kannst das in eine Notiz-App kopieren oder ausdrucken.
BALD ERLEDIGEN (mit nächstem Schritt)
- [Aufgabe]: [nächster Schritt]
EINPLANEN (mit Datum)
- [Aufgabe]: [Datum]
ABGEBEN ODER NACHFRAGEN (mit Person)
- [Aufgabe]: [Person]
ALS NOTIZ ODER IDEE BEHALTEN
- [Idee]
LOSLASSEN
- [Punkt, um den du dich bewusst nicht kümmerst]
Die Gruppe „Loslassen“ ist wichtig. Etwas aufzuschreiben und dann bewusst zu entscheiden, es nicht anzugehen, ist auch eine Entscheidung.
Brain Dump per Sprache
Wenn die Gedanken schnell kommen, fällt vielen das Sprechen leichter als das Schreiben. Bei einer Sprachnotiz hast du danach aber eine Aufnahme, die du noch einmal anhören musst. Eine Sprache-zu-Text-App, die das Ergebnis gleich sortiert, bringt dich in einem Schritt vom Durcheinander zum Sortierblatt.
Mit Retexta:
- Öffne Retexta und tippe auf Neue Aufgabe.
- Unter Was möchtest du machen? öffnest du Weitere Vorlagen und wählst Notizen machen.
- Tippe auf Audio aufnehmen und erzähl. Nutz die Leitfragen oben, wenn es stockt. Du darfst zwischen Themen springen, genau darum geht es beim Brain Dump.
- Beende die Aufnahme. Retexta transkribiert das Gesprochene und macht Notizen daraus.
- Auf der Ergebnisseite wechselst du den Texttyp: Strukturierte Notizen ordnet deine Gedanken nach Themen, Aufgabenliste zieht die To-dos heraus, Kurze Zusammenfassung gibt dir das Wichtigste.
- Lies das Ergebnis und prüf, ob jede Aufgabe wirklich deine ist und nichts fehlt.
Für einen Rückblick auf den Tag statt einer To-do-Liste nimmst du Tagebucheintrag (ebenfalls unter Weitere Vorlagen). Die App beschreibt das so: „Erzähl von deinem Tag und bekomme einen persönlichen Tagebucheintrag.“
Notizen machen und Tagebucheintrag gehören zu Retexta Pro, und Kopieren, Teilen oder Exportieren der Ergebnisse geht mit Retexta Pro oder Credits. Kostenlos ausprobieren kannst du Retexta mit ein paar kostenlosen Pro-Ergebnissen zum Start, die du in der App ansiehst. Für alles danach brauchst du Retexta Pro oder Credits. Retexta verarbeitet Aufnahmen in der Cloud, überleg dir also, was du laut aussprechen willst, vor allem über andere Menschen.
Beispiel: vom gesprochenen Brain Dump zur sortierten Liste
Dieses Beispiel haben wir selbst geschrieben, um die Idee zu zeigen. Es ist kein echtes App-Ergebnis, und deine Ergebnisse sehen anders aus.
Was du vielleicht sagst:
Okay, alles, was mir gerade im Kopf rumgeht.
Das Auto muss zum TÜV, ich glaube, im Oktober ist er fällig.
Ich hab Priya versprochen, ihr die Hochzeitsfotos zu schicken.
Arbeit: die Folien für Donnerstag, noch nicht angefangen.
Und ich muss Tom fragen, ob er den Lieferantentermin übernimmt, während ich weg bin.
Mama hat am 20. Geburtstag, keine Ahnung, was ich ihr schenke.
Vielleicht ein Fotobuch, das wär schön.
Der Wasserhahn in der Küche tropft schon wieder.
Ach, und die Idee mit dem Tauschtag im Viertel, da denk ich ständig dran, das sollte ich mal aufschreiben.
Und ich muss endlich das Streaming-Abo kündigen, das ich nie nutze.
Als Aufgabenliste und Notiz (Notizen machen, dann Aufgabenliste):
To-dos
- [ ] TÜV-Termin fürs Auto machen (Fälligkeit prüfen, vermutlich Oktober)
- [ ] Priya die Hochzeitsfotos schicken
- [ ] Mit den Folien für Donnerstag anfangen
- [ ] Tom fragen, ob er den Lieferantentermin während deiner Abwesenheit übernimmt
- [ ] Geschenk für Mamas Geburtstag am 20. besorgen (Idee: Fotobuch)
- [ ] Tropfenden Wasserhahn in der Küche reparieren oder melden
- [ ] Ungenutztes Streaming-Abo kündigen
Ideen
- Tauschtag im Viertel
Die Sprachnotiz sprang vom Auto zur Arbeit zur Familie. Die Liste gibt jeder Aufgabe eine eigene Zeile und hält die Idee getrennt, so entscheidest du leichter, was zuerst kommt.
Notizbuch, Notiz-App oder Sprach-App?
| Notizbuch | Notiz-App | Sprach-App (Retexta) | |
|---|---|---|---|
| So hältst du fest | Mit der Hand schreiben | Tippen | Sprechen |
| Sortieren | Von Hand, danach | Von Hand, danach | Strukturierte Notizen oder Aufgabenliste aus der Aufnahme |
| Wo es geht | Überall mit Stift | Überall mit Handy | Überall, wo du sprechen kannst; verarbeitet wird in der Cloud |
| Kosten | Ein Notizbuch | Meist schon auf dem Handy | Kostenlos ausprobieren; Notizen machen gehört zu Retexta Pro |
Ein Notizbuch ist kaum zu schlagen, wenn du gern von Hand schreibst und die Liste auf dem Schreibtisch liegen soll. Eine Sprach-App hilft, wenn du schneller denkst, als du schreibst, oder die Hände nicht frei hast.
Ein Werkzeug zum Ordnen
Ein Brain Dump bringt deine Gedanken auf eine Liste. Er ist keine Behandlung für irgendetwas. Wenn dich deine Gedanken so belasten, dass du allein nicht weiterkommst, sprich mit jemandem, dem du vertraust, oder hol dir professionelle Unterstützung.
Weiterlesen
Wird aus dem Brain Dump eine Geschichte, die du behalten willst, lies, wie du deine Lebensgeschichte aufschreibst. Für Sprachnotizen, die du schon hast: Sprachmemo in Text umwandeln oder Sprachnachricht zusammenfassen. Mehr zur App: Retexta, Sprache zu Text für Android.
Quellen
Geprüft von FLAME Apps am 25.09.2026.
- Getting Things Done (David Allen Company), Incompletion Trigger List (PDF, Englisch): „What has your attention?“ und die Lebensbereiche der Liste.
- Retexta: Namen von Zielen, Texttypen und Tarifen wie in der App (Version 2026.1.23) und im Google-Play-Eintrag.
- Leitfragen, Sortierblatt und Beispiel: von FLAME Apps geschrieben.
