20 Minuten Meditation im Liegen: Anleitung zum Mitlesen

20 Minuten Meditation im Liegen, angelehnt an Yoga Nidra: eine Anleitung zum Mitlesen, Varianten zum Einschlafen und am Morgen und genau 20 Minuten in der App.

Aktualisiert am 25.09.2026 · 8 Min. Lesezeit

Eine 20 Minuten Meditation gibt dir Zeit für eine vollständige Übung: ein paar Minuten zum Ankommen, eine langsame Reise durch den Körper, Zeit mit dem Atem und eine lange, stille Ruhephase, bevor du zurückkommst. Bei dieser Länge klappt es für die meisten im Liegen und mit Anleitung am besten, und so ist die Anleitung auf dieser Seite geschrieben. Sie folgt dem Muster von Yoga Nidra, einer strukturierten geführten Entspannung, die in fester Reihenfolge durch Körper, Atem und einige Bilder führt. Worin sich Yoga Nidra von anderer Meditation unterscheidet, erklärt unser Ratgeber Yoga Nidra und Meditation.

Hier findest du die Anleitung, wann sich 20 Minuten lohnen, Varianten zum Einschlafen und am Morgen und wie du eine geführte Session auf genau zwanzig Minuten einstellst.

Bevor du anfängst

  • Leg dich hin, auf ein Bett, ein Sofa oder eine Matte, mit einem Kissen unter den Knien, wenn dein unterer Rücken das mag. Im Sessel mit gestütztem Kopf geht es auch. Mehr zu Haltungen findest du bei unserer Meditation im Liegen.
  • Halt dich warm. Wenn du still liegst, kühlt der Körper ab. Eine Decke hilft.
  • Stell einen Timer oder nimm die Anleitung auf, damit du nicht auf die Uhr schauen musst.
  • Überleg dir, was danach kommt. Musst du danach wach sein, behalte das Ende. Ist Schlafenszeit, kannst du es weglassen.

Anleitung: 20 Minuten Meditation im Liegen

Wir haben diese Anleitung im Stil von Yoga Nidra geschrieben: feste Schritte, einfache Anweisungen, keine Anstrengung. Lies sie vorher einmal durch und nimm sie dann langsam mit deiner eigenen Stimme auf, oder lass sie dir vorlesen. Jede (Pause) dauert etwa drei ruhige Atemzüge, eine (lange Pause) etwa eine Minute Stille.

Minute 1 bis 3: Ankommen und einen Satz wählen

Leg dich hin und lass die Arme etwas neben dem Körper liegen, die Handflächen nach oben oder unten, wie es leichter ist. Schließ die Augen. Spür die ganze Rückseite deines Körpers auf der Unterlage. (Pause) Nimm die Geräusche um dich herum wahr, die fernen und die nahen. Lass sie da sein. (Pause) Wähl jetzt einen kurzen Satz für diese Übung, in deinen eigenen Worten, etwas, das für dich einfach stimmt. Zum Beispiel: „Ich darf jetzt ausruhen.“ Oder: „Ich darf langsamer werden.“ Sag ihn dir dreimal innerlich. Dann lass ihn los. (Pause)

Minute 4 bis 9: Die Reise durch den Körper

Lass deine Aufmerksamkeit jetzt durch den Körper wandern, eine Stelle nach der anderen. Du musst keine Stelle entspannen. Du besuchst sie nur und gehst weiter. Die rechte Hand. Der Daumen. Der Zeigefinger. Der Mittelfinger. Der Ringfinger. Der kleine Finger. (Pause) Die Handfläche. Der Handrücken. Das Handgelenk. Der Unterarm. Der Ellbogen. Der Oberarm. Die Schulter. (Pause) Die rechte Seite der Brust. Die rechte Seite des Bauchs. Die rechte Hüfte. (Pause) Der Oberschenkel. Das Knie. Das Schienbein. Der Knöchel. Die Ferse. Die Fußsohle. Die Zehen. (Pause) Jetzt die linke Hand. Der Daumen und jeder Finger nacheinander. Die Handfläche. Das Handgelenk. Der Unterarm. Der Ellbogen. Der Oberarm. Die Schulter. (Pause) Die linke Seite der Brust. Die linke Seite des Bauchs. Die linke Hüfte. Der Oberschenkel. Das Knie. Das Schienbein. Der Knöchel. Die Ferse. Die Fußsohle. Die Zehen. (Pause) Der Hinterkopf. Die Stirn. Die Augenbrauen. Die Augen. Die Wangen. Die Lippen. Der Kiefer. Der Hals. (Pause) Die ganze rechte Körperseite. Die ganze linke Körperseite. Der ganze Körper auf einmal, in Ruhe. (lange Pause)

Minute 10 bis 13: Mit dem Atem ruhen

Bring deine Aufmerksamkeit zum Atem, dorthin, wo du ihn am leichtesten spürst. Verändere ihn nicht. Nimm das Einatmen wahr, das Ausatmen und die kleine Pause am Ende jedes Ausatmens. (Pause) Zähl jetzt die Ausatemzüge still rückwärts, beginnend bei siebenundzwanzig. Siebenundzwanzig, sechsundzwanzig, fünfundzwanzig. Wenn du dich verzählst, fang einfach wieder bei siebenundzwanzig an. Es ist egal, ob du jemals bei eins ankommst. (lange Pause) Dann lass das Zählen los und atme einfach. (Pause)

Minute 14 bis 16: Gegensätze

Lass den Körper schwer werden. So schwer, dass er in die Unterlage sinkt. Schwere Arme, schwere Beine, ein schwerer Kopf. (Pause) Lass den Körper jetzt leicht werden. Leicht, als würde er die Unterlage kaum berühren. (Pause) Schwer. (Pause) Leicht. (Pause) Jetzt warm: Stell dir das Gefühl von Sonne auf der Haut vor. (Pause) Jetzt kühl: ein leichter Wind, frische Luft im Gesicht. (Pause) Dann lass beides los und ruh in dem, was du jetzt spürst. (Pause)

Minute 17 bis 18: Ein ruhiger Ort

Stell dir einen Ort vor, an dem du dich wohlfühlst. Einen echten oder einen ausgedachten. Nimm das Licht dort wahr. Die Farben. Die Temperatur der Luft. (Pause) Nimm ein Geräusch an diesem Ort wahr und einen Geruch. (Pause) Bleib eine Weile dort, ohne etwas zu tun. (lange Pause)

Minute 19 bis 20: Zurückkommen

Lass das Bild verblassen. Hol den Satz zurück, den du am Anfang gewählt hast, und sag ihn dir dreimal innerlich. (Pause) Spür wieder die Unterlage unter dir und die Geräusche im Raum. Atme etwas tiefer. Beweg Finger und Zehen. Streck dich, wenn du magst. Roll dich auf die Seite und nimm dir einen Moment, bevor du dich langsam aufsetzt.

Zum Einschlafen hörst du nach Minute 17 bis 18 auf und lässt dich wegdriften. Für eine kürzere Übung gibt es unsere 10 Minuten Meditation im Sitzen mit anderem Aufbau, und die kurze Meditation passt in jede Pause.

Wann sich 20 Minuten lohnen

  • Beim Nachmittagstief oder nach der Arbeit. Eine Übung im Liegen ist eine Möglichkeit, dich auszuruhen, ohne in einen langen Mittagsschlaf zu fallen. Schläfst du doch ein, hat dein Körper es wahrscheinlich gebraucht.
  • Wenn kurze Übungen zu früh enden. Manche kommen erst nach acht oder zehn Minuten richtig zur Ruhe. Mit zwanzig bekommst du den ruhigen Teil auch noch.
  • An einem freien Tag. Eine längere Übung passt leichter, wenn nicht in zehn Minuten der nächste Termin wartet.
  • Nicht im Moment der größten Müdigkeit. Bist du völlig erschöpft, wird aus 20 Minuten am Tag vermutlich Schlaf. Das ist in Ordnung, ist dann aber eher Ruhe als Meditation.

20 Minuten Meditation zum Einschlafen, am Morgen oder mit Musik

  • Zum Einschlafen: Mach die Anleitung im Bett, lass das Ende weg und lass Körperreise und Zählen ihre Arbeit tun. Unsere Meditation zum Einschlafen erklärt, welche Übung zu welcher Nacht passt, auch Yoga Nidra.
  • Am Morgen: Setz dich lieber auf, als dich hinzulegen, lass die Augen bei der Körperreise einen Spalt offen und mach Minute 19 bis 20, damit du wach aufhörst. Ob du dich danach energiegeladener fühlst, ist unterschiedlich. Belege für einen „Energieschub“ haben wir nicht gefunden.
  • Mit Meditationsmusik: Worte über einer Melodie ziehen die Aufmerksamkeit leicht hin und her. Wenn du Hintergrundklang möchtest, stört ein gleichmäßiger weniger. Unser Ratgeber zu weißem, rosa und braunem Rauschen erklärt die Unterschiede.
  • Als stiller Timer: Willst du 20 Minuten in Stille sitzen, reicht ein Timer mit einem sanften Klang am Anfang und am Ende.
  • Mit Meditationskerze: Manche mögen eine Kerze als ruhigen Punkt für den Blick. Wenn du einschlafen könntest, besonders im Liegen, blas sie vorher aus.

Was die Forschung zu längeren Übungen sagt

Keine der Quellen, die wir geprüft haben, sagt, dass 20 Minuten besser wirken als 10. Der NHS empfiehlt regelmäßiges Üben und schreibt, dass Achtsamkeit nicht für jeden das Richtige ist: Manchen hilft sie nicht, manche fühlen sich damit schlechter. Das US-amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) schreibt, dass ein großer Teil der Forschung zu Meditation vorläufig oder methodisch nicht streng ist. Bei Entspannungstechniken allgemein beschreibt das NCCIH das Ziel als „relaxation response“, also eine Entspannungsreaktion des Körpers mit langsamerem Atem, niedrigerem Blutdruck und ruhigerem Herzschlag, das Gegenteil der Stressreaktion.

Wähl die Länge also danach, was in deinen Tag passt, nicht nach einer versprochenen Wirkung.

Genau 20 Minuten in der App

In der App Meditation Schlaf Entspannung stellst du die Länge vor dem Start ein. Auf der Detailseite jeder Session siehst du ihre Spanne, mit dem Regler unter Dauer anpassen stellst du die Minuten ein, runde Werte rasten ein. Die App behält alle Kernteile der Session und fügt optionale Teile in ihrer ursprünglichen Reihenfolge hinzu, bis deine Wunschlänge erreicht ist. In den FAQ der App steht, dass Dauern geschätzt sind und variieren können.

In der aktuellen Version reichen diese geführten Sessions bei Standard-Pausenlänge bis 20 Minuten:

  • Bodyscan für tiefe Entspannung (bis etwa 20 Minuten), am nächsten an der Körperreise der Anleitung oben.
  • Geerdet im Jetzt: Präsenz durch Körper und Atem, vom Kontakt mit der Unterlage über den Atem bis zu einem Bodyscan.
  • Sanft einschlafen: Ruhig werden, loslassen für den Abend.
  • Morgenfokus: Ruhig starten, Klarheit finden für den Start in den Tag.

Die Session Wieder einschlafen mit der Yoga-Nidra-Methode ist fürs nächtliche Aufwachen gedacht und länger: In der aktuellen Version beginnt sie bei etwa 22 Minuten. Eine kürzere Einstellung unter Pausenlänge anpassen verkürzt die Pausen und verschiebt die Spanne einer Session. Für eine Übung ohne Anleitung gibt es Freie Praxis: Stille mit einer Klangschale am Anfang und am Ende, auf einem Timer, den du zum Beispiel auf genau 20 Minuten stellst.

Die Stimmen sind KI-Stimmen. Außerdem gibt es eine tägliche Meditation, die nach einem kurzen Stimmungs-Check-in von einer KI für dich geschrieben wird. Sie dauert 5 Minuten, Achtsamkeit Plus bietet Sitzungen von bis zu 20 Minuten. So funktioniert die App: kostenlos ausprobieren, ohne Konto.

Sicherheit

Meditation gilt laut NCCIH meist als risikoarm, allerdings haben nur wenige Studien mögliche Schäden untersucht. In einer Übersichtsarbeit von 2020, auf die das NCCIH verweist (83 Studien, 6.703 Teilnehmende), hatten etwa 8 Prozent der Teilnehmenden negative Erfahrungen, am häufigsten Angst und depressive Verstimmungen. Wenn bei einer langen Übung etwas Unangenehmes hochkommt, öffne die Augen, setz dich auf und spür deine Füße auf dem Boden. Du kannst jederzeit aufhören.

Deine Gesundheit

Diese App ist eine Wellness-App und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Wenn Erschöpfung, Stress oder gedrückte Stimmung über Wochen anhalten oder deinen Alltag beeinträchtigen, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt. Auf gesund.bund.de findest du Informationen zu Stress und Hinweise, wo du Hilfe bekommst.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 25.09.2026.

Fragen

Gut zu wissen

Wofür ist eine 20 Minuten Meditation gut?

Zwanzig Minuten reichen für einen vollständigen Ablauf: ankommen, langsam durch den Körper wandern, Zeit mit dem Atem und eine lange, stille Ruhephase. Das passt an Nachmittagen, an denen du erschöpft bist, abends nach einem langen Tag und für alle, bei denen kürzere Übungen genau dann enden, wenn sie gerade ruhig werden. Die Übung ist länger, nicht stärker.

Sind 20 Minuten zu lang für Anfänger?

Nicht, wenn die Übung angeleitet ist und du sie im Liegen machst, wie die Anleitung auf dieser Seite. Zwanzig Minuten still zu sitzen, ist schwieriger. Wenn du neu bist, fang mit 5 oder 10 Minuten am Tag an und mach eine 20-Minuten-Übung, wenn du Zeit hast und länger ausruhen möchtest.

Ist eine 20 Minuten Meditation dasselbe wie NSDR oder Yoga Nidra?

Nicht unbedingt. Yoga Nidra ist eine strukturierte geführte Entspannung im Liegen, die in fester Reihenfolge durch Körper, Atem und einige Bilder führt. NSDR („non-sleep deep rest“, also tiefe Ruhe ohne Schlaf) ist ein Name für ähnliche Ruheübungen im Liegen. Viele 20-Minuten-Übungen folgen diesem Muster, unsere Anleitung auch, aber eine 20 Minuten Meditation kann auch eine stille Sitzmeditation oder eine Atemübung sein.

Kann ich mit einer 20 Minuten Meditation einschlafen?

Ja. Mach sie im Bett und lass das Ende weg, damit die Übung in den Schlaf übergeht. Wenn du aufwachst, sobald die Stimme endet, hilft eine Session mit fester Länge, damit nichts mehr spricht, wenn du schon schläfst.

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