Wenn dir alles zu viel ist, fang nicht damit an, alles zu lösen. Erst stabilisieren, dann sortieren. Nimm dir drei Minuten: die Füße auf dem Boden spüren, dich im Raum umschauen, etwas länger aus- als einatmen. Danach schreibst du auf, was dich gerade alles drückt, und wählst einen einzigen kleinen nächsten Schritt. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät ausdrücklich, nicht alles auf einmal zu versuchen, sondern kleine Ziele zu setzen, die du sicher erreichst.
Hier findest du den 3-Minuten-Ablauf zum Mitmachen, eine Vorlage, um die Last zu sortieren, was im Job und im Alltag hilft, Sätze für schwere Momente und wann Überforderung ein Grund ist, dir Unterstützung zu holen.
Jetzt sofort: 3 Minuten, um wieder Boden zu finden
Der Ablauf folgt der Session Überforderung SOS: Wieder stabil werden aus unserer App. Du kannst ihn im Sitzen, Stehen oder Liegen machen, die Augen dürfen offen bleiben.
- Einen Kontaktpunkt spüren. Wo berührt dein Körper gerade etwas? Die Füße den Boden, die Hände den Tisch, der Rücken die Lehne. Sag dir innerlich: „Ich bin gerade überfordert. Und ich darf jetzt einen kleinen Schritt Richtung Stabilität gehen.“
- Die Aufmerksamkeit nach außen lenken. Nimm drei Eindrücke wahr, so gut es gerade geht: ein Geräusch, eine Farbe, eine Berührung auf der Haut. Dann zurück zum Kontaktpunkt.
- Etwas länger ausatmen. Vier Sekunden ruhig ein, sechs Sekunden langsam aus. Dreimal. Ist Zählen gerade zu viel, atme einfach etwas kürzer ein und etwas länger aus.
- Zwei Kontaktpunkte spüren. Beide Füße oder beide Hände. Wenn du magst, drück sie drei Sekunden ganz leicht in die Unterlage und lass wieder los. Zweimal. Spür, ob du dich ein Stück gehaltener fühlst.
- Klein machen. Sag dir: „Nur dieser Moment. Nur dieser Atemzug. Nur dieser kleine Schritt.“
- Nachspüren. Du musst dich nicht sofort gut fühlen. Es reicht, wenn du ein kleines Stück stabiler bist als vor ein paar Minuten.
Fühlt es sich eher nach Panik an, mit Herzrasen und schnellem Atem, setzt Schnell beruhigen stärker beim Atem an. Weitere Wege, dich im Hier und Jetzt zu verankern, findest du in unseren Grounding-Übungen.
Danach: die Last sortieren
Überforderung kommt selten von einer einzigen großen Aufgabe, sondern von zu vielen offenen Schleifen im Kopf. Aufs Papier gebracht, werden sie kleiner.
- Alles aufschreiben. Jede Aufgabe, jede Sorge, jede offene Frage, eine pro Zeile, ohne zu sortieren. Fünf Minuten, nicht mehr.
- Jede Zeile einer von drei Gruppen zuordnen: heute, später und nicht meins (das, was jemand anderes entscheiden oder erledigen muss).
- Eine Sache aus „heute“ nehmen und winzig machen. Nicht „Steuererklärung machen“, sondern „den Brief vom letzten Jahr suchen“.
- Eine Sache abgeben, verschieben oder streichen. Um Hilfe bitten, eine Frist verschieben, eine Anfrage absagen. Der NHS nennt es einen Schlüssel im Umgang mit Stress, die Dinge in die Hand zu nehmen, die man beeinflussen kann.
- Für heute eine Uhrzeit festlegen, zu der Schluss ist. Und aufschreiben, womit du morgen anfängst.
Als Vorlage zum Kopieren:
Alles, was mir gerade im Kopf herumgeht:
Heute (höchstens 3):
Später:
Nicht meins:
Mein nächster Schritt, ganz klein:
Eine Sache, die ich abgebe, verschiebe oder streiche:
Heute ist Schluss um:
Überfordert im Job
Im Arbeitsalltag entsteht Überforderung oft aus unklaren Prioritäten, ständigen Unterbrechungen und dem Gefühl, nie fertig zu sein. Das hilft:
- Prioritäten erfragen statt raten. „Das sind die fünf Dinge auf meiner Liste. Welche zwei sind diese Woche am wichtigsten?“
- Eine Stunde ohne Unterbrechung. Mail und Chat für eine halbe oder ganze Stunde zu, eine Aufgabe erledigen.
- Wichtiges zuerst, Unwichtiges zuletzt. Der NHS rät, zu akzeptieren, dass nicht alles in einen Tag passt.
- Echte Pausen. Ein paar Schritte weg vom Bildschirm bringen mehr als Scrollen am Schreibtisch.
Im neuen Job ist es in den ersten Wochen fast immer zu viel: neue Menschen, neue Werkzeuge, neue Erwartungen. Führ eine einzige Liste, sammle Fragen und stell sie gebündelt, und notier am Ende jedes Tages, was du geschafft hast.
Bleibt die Arbeitsmenge über Wochen zu hoch, helfen Techniken allein nicht. Dann gehört ein Gespräch mit der Führungskraft, dem Betriebsrat oder dem betriebsärztlichen Dienst dazu.
Überfordert mit allem
Manchmal ist es nicht eine Sache, sondern alles zusammen: Arbeit, Familie, Geld, Gesundheit, ein Umzug. Laut gesund.bund.de hat Stress meist mehrere Auslöser, und ob eine Situation überfordert, hängt auch davon ab, wie man sie einschätzt. Dem einen fällt der Einkauf nach Feierabend leicht, für die andere ist er zu viel. Beides ist in Ordnung.
Was im Alltag hilft:
- Mit jemandem reden. Freundinnen, Freunde, Familie oder Fachleute. Laut gesund.bund.de hilft vielen der Austausch im Familien- oder Freundeskreis bei der Stressbewältigung.
- Das Nötigste sichern. Regelmäßig essen, feste Schlafzeiten, sich jeden Tag ein wenig bewegen.
- Den Tag ruhig beginnen. Zeit für ein Frühstück und einen entspannten Start kann laut gesund.bund.de viel ausmachen.
- Hinnehmen, was sich gerade nicht ändern lässt, und die Kraft dahin lenken, wo du etwas bewegen kannst.
Wenn du jemanden pflegst oder dich um eine kranke Person kümmerst, trägst du oft doppelt. Hol dir früh Unterstützung, statt zu warten, bis nichts mehr geht.
Ständig überfordert
Ist Überforderung zum Normalzustand geworden, lohnt sich ein genauerer Blick. gesund.bund.de beschreibt, dass sich bei Dauerstress in einer späten Phase eine Überforderung zeigt und die Leistungsfähigkeit abnimmt. Das Portal rät, bei lang anhaltenden Stressphasen und Beschwerden wie Verspannungen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen aufmerksam zu werden und sich Hilfe zu suchen.
Warum Dauerstress anders wirkt als ein stressiger Tag, erklärt Was ist Stress?. Was im Moment, im Alltag und auf Dauer hilft, zeigt Stress abbauen.
Wenn Überforderung sich wie Erstarren anfühlt
Überforderung ist nicht immer laut. Manche werden still: wie eingefroren, leer, unfähig, irgendetwas anzufangen. Auch für solche Momente ist die Session Überforderung SOS gedacht. Sie lädt dich ein, die Augen offen zu lassen, arbeitet mit Berührung und dem, was du um dich herum wahrnimmst, und nur ein paar ruhigen Atemzügen, und verlangt nichts außer einem kleinen Schritt.
Der Hinweis in der Session sagt es deutlich: Überforderung und innere Starre können auch mit belastenden Erfahrungen zusammenhängen. Passiert dir das häufig, reicht eine Übung allein nicht. Sprich dann bitte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. Und fühlt sich eine Übung nicht gut an, hör auf und schau dich einfach im Raum um.
Sätze für schwere Momente
Ein kurzer Satz ist manchmal leichter zu merken als eine Übung. Diese Sätze stammen, leicht angepasst, aus unseren Sessions:
- „Ich bin gerade überfordert. Und ich darf jetzt einen kleinen Schritt Richtung Stabilität gehen.“
- „Nur dieser Moment. Nur dieser Atemzug. Nur dieser kleine Schritt.“
- „Ich muss mich nicht sofort gut fühlen. Ein kleines Stück stabiler reicht.“
- „Stress ist ein Zustand, kein Urteil.“
Überforderung SOS in der App
Wenn du dich lieber anleiten lässt: In der App Meditation Schlaf Entspannung gibt es Überforderung SOS: Wieder stabil werden, eine kurze Session mit Orientierung im Raum, Bodenkontakt und längerem Ausatmen für Momente, in denen alles zu viel ist. Für Stress, der sich über den Tag aufstaut, gibt es Stress loslassen, und Stress und Überlastung verstehen erklärt, warum sich Überlastung anders anfühlt als „viel zu tun“.
Die Stimmen sind KI-Stimmen, und die Dauer einer Session kannst du innerhalb ihrer Spanne einstellen. So funktioniert die App: kostenlos ausprobieren, ohne Konto.
Wenn es mehr ist als eine schwere Woche
Hält die Überforderung über Wochen an, beeinträchtigt sie Schlaf oder Alltag oder hilft nichts von dem, was du selbst versuchst, ist die Hausarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle. Laut gesund.bund.de können auch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten helfen, Wege aus dem Dauerstress zu finden. Wenn du sofort mit jemandem reden möchtest, erreichst du die Telefonseelsorge unter 116 123. Wenn du dich nicht sicher fühlst oder daran denkst, dir etwas anzutun, ruf die 112.
Deine Gesundheit
Diese App ist eine Wellness-App und ersetzt keinen ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat. Wenn Überforderung über Wochen anhält, deinen Schlaf oder Alltag beeinträchtigt oder du daran denkst, dir etwas anzutun, hol dir bitte Hilfe, etwa in der Hausarztpraxis oder bei der Telefonseelsorge unter 116 123. Mehr zu Stress und seinen Folgen findest du bei gesund.bund.de: Stress.
Quellen
Alle Seiten abgerufen am 25.09.2026.
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche (Stand: 14.01.2026). Überforderung bei Dauerstress, Einschätzung und Auslöser, was hilft, wann Hilfe nötig ist, Telefonseelsorge.
- NHS: Stress (englisch, zuletzt geprüft am 06.03.2026). Kleine Ziele, nicht alles auf einmal.
- NHS: 10 stress busters (englisch, zuletzt geprüft am 26.06.2026). Kontrolle über Beeinflussbares, Prioritäten.
